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Von der Illusion zur Wahrnehmung

Unser wissenschaftliches Verständnis macht gegenwärtig einen Paradigmenwechsel durch. Die Wahrnehmung dessen, was die wirkliche Natur unserer materiellen Welt ist, erfährt eine Verschiebung. Bisher gründete die Interpretation der materiellen Welt, einschließlich unseres Körpers, buchstäblich auf einem Aberglauben, nämlich dem Aberglauben des Materialismus, wonach die Sinneswahrnehmung dafür maßgebend ist, was wir als Wirklichkeit erfahren. Natürlich sagt mir schon der gesunde Menschenverstand, dass das nicht wahr sein kann. Schließlich erfahre ich durch meine Sinne, dass die Erde flach ist, was ich natürlich nicht mehr glaube. Ich erfahre, dass ich auf festem Boden stehe, dabei wissen wir, dass dieser sich schwindelerregend schnell dreht und mit einer Geschwindigkeit von mehreren tausend Stundenkilometern durch den Raum rast. Meine Sinneswahrnehmung sagt mir, dass die Sonne im Osten aufgeht, über den Himmel wandert usw., dabei gibt es dafür bekanntlich eine bessere Erklärung.

Von Fischen, Katzen und Elefanten

Vor etwa 20 Jahren führten Wissenschaftler an der Harvard Medical School ein Experiment durch. Sie ließen eine Gruppe junger Kätzchen in einem Raum aufwachsen, in dem es nur horizontale Streifen gab, d.h. alle visuellen Reize waren horizontal. Eine andere Gruppe war in einem Raum mit rein vertikalen visuellen Reizen. Als ausgewachsene kluge Katzen konnte die eine Gruppe nur eine horizontale, die andere nur eine vertikale Welt sehen, und das hatte nichts mit ihrem “Glaubenssystem” zu tun. Als man ihre Gehirne untersuchte, fehlten ihnen die interneuronalen Verbindungen für die Wahrnehmung einer vertikalen bzw. horizontalen Welt. Mit anderen Worten, die ursprünglichen Sinneseindrücke dieser Kätzchen hatten ihr neuronales System derart programmiert, dass schließlich ein Nervensystem entstand, das sogar auf der atomaren Ebene nur noch eine Funktion hatte: die aufgrund der Sinneseindrücke gemachten ursprünglichen Erfahrungen immer wieder zu bestätigen und zu verstärken.

Das obige Phänomen bezeichnen die Psychologen als PCC ( Premature Cognitive Commitment), was so viel bedeutet wie:  “auf frühkindlicher Sinneserfahrung beruhende Festlegung”. Frühkindlich oder im Frühstadium, da es in einem entwicklungsbedingten biopsychologischen Stadium geschieht; kognitiv, da es die Sinne programmiert und Festlegung, da es uns in einer bestimmten Realität fixiert. Wir werden eingesperrt in dieser Realität, wir werden dazu konditioniert in dieser Realität zu leben. Von diesen Experimenten gibt es viele Variationen, d.h. diese PCC gibt es in allen Gattungen. Man kann ein einfaches Experiment mit Fliegen machen, indem man sie in einen Topf sperrt, von dem man nach einiger Zeit den Deckel entfernt. Die meisten Fliegen – ausgenommen einiger Pioniere – werden den Topf nicht verlassen können, auch wenn er nun offen ist. Denn infolge ihrer ursprünglichen Sinneserfahrung erwarben sie ein PCC, demzufolge ihr Universum nach oben hin begrenzt ist. Elefanten werden in Indien trainiert, indem man junge Tiere mit schweren Eisenketten an mächtige Bäume kettet. Nach und nach reduziert man die Stärke der Eisenketten. Schliesslich lassen sich die Elefanten, nun ausgewachsene grosse Tiere, mit einem dünnen Seil an Äste anbinden, die nicht dicker sind als ein Weihnachtsbaum. Der Elefant ist nicht in der Lage zu entkommen, denn er hat eine Programmierung in seinem Geist-Körper, die ihn glauben macht, er sei in einem Gefängnis, respektive die Ketten seien unzerreißbar. Gehen Sie zu einem Aquarium und reden Sie mit den Menschen, die mit Fischen experimentieren. Dann werden Sie erfahren, dass die Fische manchmal voneinander getrennt werden, indem man Trennwände aus Glas in die grossen Tanks einfügt. Nach einiger Zeit werden dann die Trennwände entfernt. Man kann beobachten, dass die Fische nur so weit schwimmen, wie es die Trennwände erlaubten, aber nicht weiter, denn in ihrem Geist-Körper befolgen sie ein PCC: bis hierher und nicht weiter.

In dieser Weise könnte ich fortfahren und Ihnen viele weitere Beispiele nennen, die zeigen, dass unsere Sinneserfahrung in der Tat strukturiert wird, und zwar so, dass sie sogar die Anatomie und Physiologie unseres Nervensystems formt. Demzufolge dient unser Nervensystem letztlich nur einem Zweck: der Wiederholung und Festigung dessen, was nun zu einem Glaubenssystem geworden ist.

Vom Glauben und Wissen

Die Redewendung “Ich glaube nur, was ich sehe”  ist daher überhaupt keine physiologische Tatsache. Genau das Gegenteil ist wahr: Wir sehen (erfahren) nur, was wir aufgrund unserer Konditionierung glauben. Somit stellt sich die folgende Frage: Was ist die Welt wirklich, wie sieht sie in Wirklichkeit aus, was ist ihre wahre Beschaffenheit? Die Antwort darauf lautet: Es kommt ganz darauf an, wer sie anschaut oder erfährt und mit welchem Sinnesapparat wir sie betrachten.

Der Neurophysiologe und Nobelpreisträger Sir John Eckles machte folgende Aussage: In Wirklichkeit gibt es keine Farben, keine Stoffe, keine Gerüche, weder Schönheit noch Häßlichkeit. Da draußen gibt es nur pure Energiesuppe. Es ist eine im Grunde genommen formlose, undefinierbare, fließende Quantensuppe, aus der wir im Akt der Wahrnehmung in unserem Bewusstsein die stoffliche Welt konstruieren. Diese stoffliche Welt da draußen ist ein Feld unendlicher Möglichkeiten, welches wir im Prozess der Wahrnehmung zu unserer vertrauten stofflichen Realität machen, also sozusagen kristallisieren.

In unserem gewöhnlichen Bewusstseinszustand können wir die wahre Beschaffenheit der Wirklichkeit nie erfahren, weil wir versuchen, das Ganze anhand einzelner, bruchstückhafter Sinneswahrnehmungen zu verstehen. Da wir Menschen außer diesen bruchstückhaften Sinneserfahrungen nichts haben, werden wir das Ganze nie verstehen. Wir einigen uns mehr oder weniger über unsere subjektiven Erfahrungen und nennen das dann objektive Wissenschaft. Es ist zwar nichts objektives daran, aber wir denken es uns so! Wir nehmen an, dass der menschliche Körper aus Molekülen besteht, aus Materieteilchen, die aus irgendeinem unerfindlichen Grund herumschwirren, und dass diese dann ein Folgephänomen erzeugen, das wir Bewusstsein nennen. Das heißt, dass unsere Gedanken, Gefühle, Wünsche, Emotionen, Leidenschafen, Liebe, Haß, Gott, Himmel, Hölle, Sünde, Verdammnis, Erlösung, Erleuchtung auf umherschwirrenden Molekülen beruhen. Alles ist ein Tanz der Moleküle!

Aufgrund eben dieses materialistischen Aberglaubens und dieser materialistischen Sichtweise, die das Modell des menschlichen Körpers nur wie eine erstarrte Skulptur darstellt, entstand ein völlig materialistischer therapeutischer Ansatz. Das Resultat sind die Pharmazeutika und chirurgischen Verfahren, welche wir Zauberkügelchen nennen können. So hört man Ausdrücke wie “oh, wie tut das gut”, etwa wenn man unglaublich viel gegessen hat und dann ein paar Alkaseltzer nimmt. Nachts, wenn man nicht schlafen kann, nimmt man Schlaftabletten, oder wenn Angstgefühle hochsteigen, nimmt man Beruhigungstabletten, was einem Ruhe verschafft. Hat man eine Infektion, dann nimmt man ein Antibiotikum, so wird man die Infektion los; und wenn man Krebs hat, dann gibt es Chemotherapie, Chirurgie und Bestrahlung. Bei Schmerzen in der Brust sprüht man Nitroglycerin oder noch besser, man lässt eine Bypass-Operation machen.

Dies alles sind die Zauberkügelchen unseres gegenwärtigen medizinischen Systems, das auf dem Aberglauben des Materialismus beruht. Aber sie funktionieren nicht, da sie hauptsächlich Symptombehandlungen sind. Entweder verschleiern sie die Krankheitssymptome oder sie wirken auf den Krankheitsmechanismus irgendwie ein, während der zugrundeliegende Prozess weitergeht. Der Krankheitsmechanismus ist nicht derselbe wie der Ursprung einer Krankheit. Dieser Ursprung hat mit den elementaren Lebensprozessen wie Essen, Atmen, Verdauen, Stoffwechsel usw. zu tun, hauptsächlich jedoch mit den Vorgängen im Bewusstsein, das sich durch eben diese Lebensprozesse ausdrückt. Wir können auf den Krankheitsmechanismus korrigierend einwirken, aber dann findet die Krankheit eben eine andere Art sich auszudrücken. Wir können die Vermehrung von Bakterien hemmen, letzten Endes züchten wir dadurch Antibiotika-resistente Organismen und riskieren, solche bei einem Krankenhausaufenthalt aufzulesen. Vor einigen Jahren kam bei einer Studie der California Medical Association heraus, dass Personen wegen Antibiotikaresistenten Organismen sterben, mit denen sie bei einem Krankenhausaufenthalt infiziert wurden. Zu jener Zeit waren das mehr als das Zehnfache der durch das HIV- oder AIDS-Virus verursachten Todesopfer.

Was ist heute die häufigste Ursache für Drogenabhängigkeit? Es ist nicht der Stoff, den die Drogenbosse in Kolumbien produzieren, sondern das, was Ärzte ganz legal verordnen. Gemäß einer Schätzung leiden 36% der Patienten in unseren Krankenhäusern an einer sogenannten akrogenischen Krankheit, d.h. einer als direkte Folge einer biotechnisch-medizinischen Intervention erworbenen Krankheit. Der Besuch beim Arzt als Krankheitsursache?

In den USA und in Grossbritannien nehmen 80% aller Leute täglich ein ärztlich verschriebenes Medikament ein. Und trotz der Tatsache, dass in den vergangenen drei Jahrzehnten mehr Personen in der Krebsforschung tätig waren als es Krebskranke gab, nimmt die Anzahl der Krebsfälle weiter zu. Es muss also etwas falsch sein an diesem Modell. Es ist nicht so, dass biotechnisches medizinisches Eingreifen überhaupt nutzlos wäre, nein, es ist überaus nützlich in akuten Fällen. Aber was die Häufigkeit des Auftretens von Krankheiten oder die Sterblichkeitsrate bei Krankheiten in Bezug auf eine gegebene Bevölkerung betrifft, erreichen wir mit der heute praktizierten Medizin nichts. Wir verändern nur die Art, wie Krankheit in Erscheinung tritt. So haben wir keine Kinderlähmungs-, Pocken-, Masern- oder Diphterie-Epidemien mehr, dafür sind degenerative oder geistige Störungen, Alzheimer, Krankheiten der Herzkranzgefäße, Krebs und verschiedene andere heimtückische Krankheiten an ihre Stelle getreten. Ärztliches Eingreifen hat das Erscheinungsbild der Krankheiten verändert, aber nichts bewirkt in bezug auf die generelle Morbidität und Mortalität.

Vom Wenigen zum Nichts

Wenn Sie sich nun den menschlichen Körper so anschauen, wie er in Wirklichkeit ist, dann sehen Sie sofort, wie es schon der griechische Philosoph Heraklit ausdrückte, dass dieser Körper nicht eine in Raum und Zeit fixierte, erstarrte Skulptur ist. Er ist eher mit einem Fluss vergleichbar, einem aus Energie und Information bestehenden Fluss. Ein Fluss hat etwas Geheimnisvolles: Wenn Sie ihn betrachten, dann sieht er zu verschiedenen Zeiten immer gleich aus, obwohl er in der Tat jedes Mal neu ist. Heraklit sagte, Du kannst nicht zweimal in den selben Fluss steigen.

Ein Fluss ist ein klassisches Beispiel für das, was die indischen Rishis als Maya (Illusion) bezeichnen. Er verschafft Ihnen die Illusion von etwas, was in Wirklichkeit ganz anders ist. Er verschafft Ihnen die Erfahrung von Nicht-Veränderung, während er sich jedoch laufend verändert. Wie bei einem Fluss, so können auch Sie  nicht zweimal in dieselben Gebeine, Gedärme und Hauthüllen steigen, denn in jeder Sekunde Ihrer Existenz wird Ihr Körper erneuert. Sie wechseln ihn leichter und spontaner als Sie Ihre Kleider wechseln. Sie benutzen zum Sitzen auf Ihren Stühlen nicht dieselben Körper, mit denen Sie vor kurzem hereinspaziert sind. Sie können eine ganze Anzahl von Vorgängen heranziehen und feststellen, dass das buchstäblich so ist. Zum Beispiel der Vorgang des Essens, des Atmens, des Verdauens, des Stoffwechsels, der Ausscheidung und auch des Bewusstseins. Mit einem einzigen Atemzug nehmen wir ca. 10 hoch 22 Atome unseres Universums auf, das ist eine Zahl mit 22 Nullen. Diese beträchtliche Menge Rohmaterial aus dem Universum verteilt sich bis in die hintersten Ecken und Winkel unseres Körpers, bis in die Gehirnzellen, Herzzellen, Nierenzellen usw. Beim Ausatmen stoßen wir ca. 10 hoch 22 Atome aus, die aus jedem Teil unseres Körpers kommen. Das heißt, dass wir buchstäblich Teile unseres Herzens und unseres Gehirns und unseres Nierengewebes usw. ausatmen, und wir so gesehen dadurch  andauernd und in intimer Weise unsere Organe miteinander teilen.
Der amerikanische Dichter Walt Whitman sagte: “Jedes zu dir gehörende Atom gehört auch zu mir.”  Das ist ganz wörtlich gemeint.

Untersuchungen des menschlichen Körpers mittels radioaktiven Isotopen  gestützt auf mathematischen Berechnungen haben zweifelsfrei ergeben, dass jetzt, gerade jetzt, in Ihrem physischen Körper eine Million Atome zu finden sind, die einst im Körper von Christus waren oder in dem von Buddha, Leonardo da Vinci, Michelangelo oder Saddam Hussein! Nehmen Sie irgendeinen Menschen, der je auf diesem Planeten gelebt hat –  in Ihrem physischen Körper kommt Rohmaterial vor, das in jenem physischen Körper war. Betrachten wir nur die drei letzten Wochen: Schätzungsweise eine Quadrillion Atome gingen in dieser Zeit durch Ihren Körper. Atome, die früher einmal durch den Körper jeder lebenden Gattung auf diesem Planeten gingen. Und binnen weniger als einem Jahre ersetzen Sie 98% aller Atome Ihres Körpers. Das bedeutet: Sie machen alle sechs Wochen eine neue Leber, alle drei Monate ein neues Skelettsystem, obwohl es so hart und solide erscheint, monatlich eine neue Haut, alle fünf Tage neue Magenwände. Sogar die Gehirnzellen aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff gab es vor einem Jahr noch nicht. Selbst die ebenfalls auf den Rohstoffen Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff basierende DNA, welche die Erinnerungen von jahrmillionen langer menschlicher Evolution speichert, entsteht und vergeht alle sechs Wochen, wie eine kurzlebige Knospe oder Blüte. Wenn Sie es nun genau nehmen wie ein Buchhalter, wenn Sie jedes Atom und jedes Stückchen Gewebe und jedes Tröpfchen mitzählen, dann kommen Sie zu dem Schluß, dass in weniger als zweieinhalb Jahren Ihr ganzer Körper, jeder Teil davon, bis zum letzten Atom ersetzt wird.

Wenn Sie denken “ich bin mein Körper”, dann geraten Sie in Verlegenheit: Welchen Körper meinen Sie eigentlich? Das diesjährige Modell ist nicht dasselbe wie das letztjährige und auch nicht das dasselbe vom letzten Monat. Jeder Teil dieses Körpers, den ich benutze, um hier zu sein und mich auszudrücken, ist neu verglichen mit dem vom letzten Jahr und doch: Etwas davon hat sich anscheinend nicht verändert, nämlich meine Hoffnungen, Erwartungen, Träume, Ideen, Konzepte, Meinungen, Überzeugungen, meine Philosophie und Ideologie. Diese “hängen” hier anscheinend etwas länger herum als mein physischer Körper. Meine Gedanken haben offenbar eine etwas größere Lebensdauer als meine Moleküle. Aber auch die Gedanken ändern sich natürlich. Sowohl meine Gedanken als auch meine Gefühle kommen und gehen von Augenblick zu Augenblick; sie scheinen jedoch die physische Form meines Körpers zu überleben. Vielleicht kann man sagen, dass meine Gedanken und Gefühle sich fortwährend in meinen neuen physischer Körper, im Hier und Jetzt, gerade jetzt in dem Augenblick, reinkarnieren. Meine Hautzellen erneuern sich jeden Monat, aber sie vergessen den Unterschied zwischen heiß und kalt nicht; ich habe alle fünf Tage neue Magenzellen, dennoch sind sie in der Lage, Hydrochloridsäure zu produzieren; meine Geschmacksknospen werden alle fünf Wochen ausgetauscht, ohne dass sie den Geschmack von Erdbeereis vergessen. Und auch meine DNA, alle sechs Wochen erneuert, behält die Erinnerung an die ganze evolutionäre Entwicklung der Menschheit.

Also ist mein Körper nur der Ort, den meine Erinnerungen jetzt gerade als “ihr Zuhause” bezeichnen. Vielleicht ist DNS überhaupt kein Ding, sondern Leben schlechthin. Ein abstraktes Bewusstseinsfeld, das als Materie in Erscheinung tritt, also sozusagen die Materie als Maske trägt. Vielleicht ist der Körper keine physische Maschine, die Denken gelernt hat, vielleicht ist es gerade umgekehrt: Wir sind Intelligenz-Impulse, Gedanken, die gelernt haben, einen physischen Körper zu bilden. Dasselbe würde für das ganze Universum gelten.
Ist das plausibel? Wenn Sie einem Physiker die Frage stellen würden  “Woraus besteht eigentlich das materielle Universum oder ein Körper?”, was würde er sagen? Seine Antwort wäre: Ein Körper besteht aus Atomen und die Atome setzen sich aus Teilchen zusammen; diese sind jedoch nicht feste Objekte, sie sind nur Fluktuationen aus Energie und Information in einer großen Leere von Energie und Information.
Wenn Sie den Körper mit den Augen eines Physikers anschauen, dann sehen Sie nichts anderes als eine riesige Leere, in der es ein paar verstreute Fleckchen und Pünktchen gibt und dazu einige zufällige elektrische Entladungen. Denn so ist eben der menschliche Körper: 99,999999 Prozent davon bestehen vor allem aus leerem Raum, wie auch das übrige Universum. Und dieses 0,000001 Prozent, das uns als Materie erscheint, besteht ebenfalls aus leerem Raum! Also ist ALLES leerer Raum. Die Frage ist nur, was ist die wahre Natur dieses leeren Raumes? Ist es ein Leersein von Nichts oder könnte es etwa eine Fülle nicht-materieller Intelligenz sein? Unser innerer Raum, der mit erstaunlicher Kreativität alles mögliche hervorbringt: Richtig und Falsch, Gut und Böse, Wonne und Schmerz, alles was wir als gegeben hinnehmen und was das Leben lebenswert macht –  was ist dieser innere Raum eigentlich? Vielleicht ist er nicht ein Leersein von Nichts, sondern in der Tat der Schoß der Schöpfung selbst. Er ist möglicherweise Teil eines Kontinuums, und zwar derart, dass es keinen Unterschied mehr zwischen diesem inneren Raum und dem äußeren Raum gibt.

Von der Chemie zur Absicht


In den vergangenen 25 Jahren haben Wissenschaftler diesbezüglich erstaunliche Entdeckungen gemacht und bewiesen, dass genau dies der Fall sein muss, da sich  Folgendes zeigte: Wenn wir Gedanken und Gefühle haben, dann erzeugen wir gewisse chemische Stoffe in unserem Gehirn. Mangels eines besseren Ausdrucks nannte man sie Neuropeptide. Wenn wir Gedanken, Gefühle oder Emotionen haben, produziert unser Hirn gewisse chemische Substanzen, Neuropeptide genannt. Neuro, weil sie im Hirn gefunden wurden, Peptide, weil es sich dabei um proteinähnliche Moleküle handelt. Das bedeutet, dass ein Hirnteil mit dem anderen nicht in irgendeiner menschlichen Sprache kommuniziert, wohl aber in der sehr präzisen Sprache der Neuropeptide, bei denen es sich um sehr präzise chemische Substanzen handelt. Sie können sich diese Substanzen auch als Schlüssel vorstellen, die nur in gewisse Schlüssellöcher passen. In den Zellwänden anderer Neuronen befinden sich kleine Rezeptoren, die diesen Schlüssellöchern entsprechen. Das ist die Art und Weise, wie Neuronen miteinander kommunizieren. Man hat festgestellt, dass solche Rezeptoren nicht nur im Gehirn, sondern überall im Körper vorkommen, so zum Beispiel auch in den Immunzellen. Immunzellen beschützen uns vor Infektionen, Krebs und degenerativen Erkrankungen. Das bedeutet mit anderen Worten, dass die Immunzellen unseren inneren Dialog ständig registrieren. Wir können keinen Gedanken, kein Gefühl, keine Emotion haben, ohne dass die Immunzelle mit Hilfe der spezifischen Rezeptoren davon weiß.

Diese Erkenntnis erhärtet die bereits ältere Annahme, dass die Immunzellen eines Menschen, der über eine sehr lange Zeit einen unverhältnismäßig schweren Kummer zu ertragen hat, ebenfalls “kummervoll” sind und dadurch anfälliger für Krebs, degenerative Erkrankungen usw. sind. Diese Immunzellen führen den gleichen inneren Dialog wie die Hirnzellen, vergleichbar mit: “Lasst mich in Ruhe; ich will nicht gestört werden” und unternehmen nichts gegen Infektionen oder Krebs. In den Immunzellen gibt es nicht nur die Rezeptoren für die Neuropeptide, sie sind auch in der Lage, die gleichen chemischen Substanzen zu produzieren wie das denkende Hirn. Diese aufsehenerregende Erkenntnis bedeutet, dass die Immunzellen denken können. Ihre Gedanken sind zwar nicht linguistisch strukturiert und können sich deshalb nicht in einer klaren Sprache ausdrücken, trotzdem werden die selben chemischen Codes produziert, wie sie das Hirn herstellt, wenn es denkt. Die Immunzelle ist also ein kleines bewusstes Wesen. Fragt man einen guten Neurobiologen nach dem Unterschied zwischen einer Immun- und einer Hirnzelle, so wird er ihn nicht nennen können, weil eine Immunzelle wie ein wanderndes Neuron aussieht und das Immunsystem wie ein wanderndes Nervensystem.

In den letzten 10 – 15 Jahren hat man weiter herausgefunden, dass dies nicht nur für die Immunzellen zutrifft, sondern auch für andere Zellen. Die Magenzellen produzieren die gleichen chemischen Substanzen wie das denkende Hirn, die Darmzellen, die Dickdarmzellen , usw. … Wenn wir also sagen: “Mein Bauch sagt mir dieses oder jenes”, so ist das durchaus wörtlich zu nehmen, weil ja der Bauch die selben chemischen Substanzen erzeugt wie das denkende Hirn. Der Bauch kennt noch keine Selbstzweifel: deshalb sind diese “Bauchgefühle” vermutlich sogar reiner. Jetzt wissen wir also, dass wir einen denkenden Körper haben. Wo man auch hinschaut, findet man das gleiche Phänomen: Herzzellen, Nierenzellen, Hautzellen produzieren die selbe chemische Substanz wie das Hirn. Wenn Sie sagen: “Mein Herz ist schwer vor Kummer”, dann ist Ihr Herz buchstäblich mit traurigen chemischen Substanzen beladen; wenn Sie sagen: “Ich könnte vor Freude platzen”, dann ist Ihre Haut voll mit sehr glücklichen antidepressiven Molekülen, genannt Imipramin. Der Gehalt an Interlucent und Interferon, beides Antikrebsmittel, steigt bei Freude und Heiterkeit an– und das nicht nur in der Haut und im Kreislauf. Auf der anderen Seite steigt bei Angst, Furcht und Zorn der Gehalt an chemischen Substanzen wie Cortison, Adrenalin oder Noradrenalin, die das Immunsystem zerstören. Unser Körper ist also genau genommen eine Ansammlung von Ideen; er ist der physische Ausdruck eines Feldes, das mit sich selbst interagiert. Das Selbst gibt Interpretationen für die Zellen vor, indem es diese chemischen Substanzen generiert, die überall und gleichzeitig im Körper auftreten. Sie breiten sich nicht etwa aufeinanderfolgend aus, sondern simultan im ganzen Körper. Wenn ich zum Beispiel den Wunsch habe, Wasser zu trinken, dann wird, sobald ich auf diesen Gedanken komme, von den Hirnzellen die Substanz AT2 produziert, die mein Verhalten so beeinflußt, dass ich nach Wasser Ausschau halte. Gleichzeitig produziert ein anderer Gehirnteil, der Hypothalamus, AT2 und löst damit die Ausschüttung des Hormons ADH aus, das bewirkt, dass der Körper Wasser zurückhält. Gleichzeitig produzieren meine Nierenzellen AT2 und halten Wasser zurück. Auch meine Herzzellen, meine Hautzellen produzieren es. Mit anderen Worten, sobald ich die Idee habe  “ich brauche Wasser”, breitet sich diese Idee überall und gleichzeitig in meinem ganzen Körper aus. Sie ist allgegenwärtig, allmächtig, allwissend. Während eines einzigen Augenaufschlags laufen sechs Trillionen Reaktionen ab, die alle aufeinander abgestimmt sind. Dieses Feld ist nicht lokalisierbar, da das, was wir Geist nennen, allgegenwärtig und in allen Zellen gleichzeitig vorhanden ist. Wenn Sie z.B. Ruhe erfahren, dann deshalb, weil Ihr Körper Valium produziert. Dieses Valium, ein präziser Immuno-Modulator, der in allen Körperzellen gleichzeitig produziert wird, macht Sie im Unterschied zu dem von den Pharmakonzernen verkauften Produkt nicht zu einem Zombie. Dieses Feld ist im Körper sozusagen überall und allgegenwärtig. Sie werden sich nun fragen, ob es denn auf den Körper beschränkt ist. Die Antwort lautet: Nein, es ist nicht auf den Körper beschränkt. Es dehnt sich darüber hinaus aus, es kann nirgendwo isoliert werden, nicht im Hirn und auch nicht im Körper. Es dehnt sich unendlich außerhalb des Körpers aus; jenseits der Grenzen von Zeit und Raum.

Vom Duft zum Glauben

Nach jahrelangem Forschen haben Wissenschaftler im Menschen eine Gruppe von Hormonen nachgewiesen, die sogenannten Pheromone (Duft-, Informations- und Lockstoffe). Vielleicht haben Sie schon von diesen Stoffen gehört. Sie sind die genaue chemische Entsprechung unserer Emotionen, nur dass sie nicht auf den Körper beschränkt sind, sondern sich darüber hinaus ausdehnen. Es wurde bereits vor dieser Entdeckung hauptsächlich an Tieren und Pflanzen mit Pheromonen experimentiert. Dabei beobachtete man zum Beispiel Folgendes: Geht man in einen Wald und infiziert einen Baum mit Zigeunermotten, wird der Baum sofort Informationsstoffe in die Atmosphäre freisetzen und in ein paar Sekunden wird der ganze Wald wissen, dass da eine Zigeunermotten-Infektion droht und seine Alarmbereitschaft erhöhen. Auf diese Weise teilt ein Baum seine Wahrnehmung oder sein Wissen anderen Bäumen mit. Schauen Sie sich das geordnete Benehmen von Ameisen oder Bienenvölkern an, das sie mittels der Pheromon-Botenmoleküle steuern. Termiten bauen im Dunkeln perfekte Termitenhügel, oft mit architektonisch perfekten Bogen. Auch sie kommunizieren mittels Pheromone. In dieses Gebiet fällt auch das besonders grausame Experiment, das Stanford-Wissenschaftler mit Mäusen durchführten. Sie verabreichten ihnen Elektroschocks und entfernten sie nach einer Weile aus dem Labor. Dann brachten sie neue Mäuse herein, die sofort in Panik gerieten und Cortison und Adrenalin produzierten. Sie hatten nämlich die Angst-Pheromone eingeatmet, welche die Mäuse während der Elektroschocks abgesondert hatten.

Alle Tierarten, einschließlich der Menschen, scheiden Duftstoffe aus. Diese Pheromone sind tatsächlich das genaue Ebenbild unserer Emotionen, Gefühle und Gedanken. Der Philosoph Emerson machte den Ausspruch: “Wer Du bist, dröhnt so laut in meinen Ohren, dass ich nicht verstehe, was Du sagst.” Jetzt kennen wir die physiologische Ursache dafür. Worauf ich hinaus will ist, dass Dank der Forschungsarbeiten im Bereich Körper-Geist gezeigt werden konnte, dass der Geist nicht-lokal ist. Er ist nicht auf das Hirn begrenzt und nicht auf den Körper – er dehnt sich aus. Er ist ein nicht-lokales, überall und jederzeit existierendes Informationsfeld im Raum-Zeit- Kontinuum. Dieses Feld kann an unterschiedlichen Stellen unterschiedlich erkenntnisfähig sein und an bestimmten Stellen des Bewusstseins sehr umfassend sein: totale Selbst-Erkenntnis. An anderen Stellen sind dem Bewusstsein Grenzen gesetzt, aber dennoch ist dieses ganze Universum ein Bewusstseins- und Erkenntnisfeld. Auch das hat Bewusstheit: Wenn man ein Elektron aus seiner Schale springen lässt, wird es vermutlich in diese Schale zurückspringen. Das bedeutet, dass eine limitierte Erkenntnisfähigkeit vorhanden ist, nämlich die Eins-zu-Eins Stimulusreaktion. Je weiter Sie in der Evolutionshierarchie von Leben zu Leben emporklettern, desto vielfältiger werden die Reaktionen auf den gleichen Stimulus. Bei der Tierwelt angekommen, weiter zum menschlichen Nervensystem, um dann endlich zum selbsterkennenden menschlichen Nervensystem zu gelangen, durch das sich das Universum seiner selbst bewusst wird. Man könnte auch sagen, dass sich das Universum durch das erleuchtete menschliche Nervensystem seiner selbst bewusst wird. Aber das gesamte Universum ist dieses Feld geistiger Wachheit, das an unterschiedlichen Stellen unterschiedlich intensiv erkenntnisfähig ist. Bewusstsein kreiert auf diese Weise nicht nur unseren menschlichen Körper, sondern auch den kosmischen Körper, den wir “Umwelt” nennen. Nur durch das Artefakt unserer sensorischen Wahrnehmung erleben wir uns getrennt vom kosmischen Körper. Also denkt der Mensch, er habe einen persönlichen Körper und einen kosmischen Körper, die beide von entscheidender Bedeutung für sein Überleben sind.

Dieses neue, wissenschaftlich fundierte Paradigma sagt also Folgendes aus: Wie das Atom, so ist auch das Universum; wie der Mikrokosmos, so ist auch der Makrokosmos; wie der menschliche Körper, so ist auch der kosmische Körper, wie der menschliche Geist, so ist auch der kosmische Geist. Das ist auch die Grundlage von Ayurveda, die heutzutage wieder hochaktuell ist.

Wenn sich die Wissenschaftler manchmal vor diesem “dummen” kosmischen Geist fürchten, dann beruhigen wir sie, indem wir sagen, dass wir gar keinen kosmischen Geist zum Leben brauchen, sondern dass es sich hierbei um ein nicht-lokales Informationsfeld mit auf sich selbst Bezug nehmenden kybernetischen Feedbackschlaufen handelt. Diese Antwort befriedigt die meisten Wissenschaftler.

Schauen wir also, wie wichtig das Gesagte für uns Lebewesen ist. Bedeutet es den Unterschied zwischen Gesundheit und Krankheit, zwischen Überleben und Tod? Lassen Sie mich über ein paar Experimente berichten, von denen ich denke, dass sie Sie faszinieren werden: Vor ein paar Jahren führte ein Wissenschaftler namens Herbert Specter am National Institute of Health in Kalifornien ein Experiment durch, bei dem er einigen Mäusen die chemische Substanz Poly-A-c injizierte, die das Immunsystem stärkt. Gleichzeitig ließ er sie Kampfer riechen. Nach einigen Malen stimulierten die Mäuse ihr Immunsystem automatisch, wenn sie Kampfer rochen. Er nahm eine zweite Gruppe von Mäusen, injizierte ihnen die chemische Substanz Cyclophosphamid, die das Immunsystem zerstört, und ließ sie gleichzeitig Kampfer riechen. Nach einigen Malen zerstörten die Mäuse ihr Immunsystem automatisch, wenn sie Kampfer rochen. Wir haben also zwei Gruppen Mäuse: Die eine Gruppe riecht Kampfer und stimuliert das Immunsystem, die andere riecht Kampfer und zerstört das Immunsystem. Man führte das Experiment weiter, indem man der zweiten Gruppe Mäuse ein Karzinogen verabreichte, woraufhin sie innerhalb weniger Wochen an Krebs erkrankte und schließlich daran starb. Infizierte man sie mit Pneumokokken, so starb sie nach ein paar Wochen an einer Lungenentzündung. Die erste Gruppe hingegen erkrankte unter den gleichen Bedingungen nicht. Was macht also bei diesen Mäusen den entscheidenden Unterschied zwischen Überleben und Tod aus?

Es ist die Interpretation der Erinnerung an den Geruch von Kampfer. Noch einmal: Der entscheidende Unterschied liegt in der Interpretation der Erinnerung an den Geruch von Kampfer.

Ist dieses Forschungsergebnis für uns Menschen relevant? Ja, es ist sogar sehr relevant, da wir uns gleich diesen Mäusen meistens wie Pavlow´sche Hunde verhalten, die beim Bimmeln einer Glocke anfangen zu geifern. Wir sind bestimmten Erinnerungen ausgeliefert, verknüpfen diese mit gewissen Stimuli und rufen dieselben Reaktionen immer und immer wieder hervor. Wir werden die Opfer unserer Erinnerungen und die Tragödie dabei ist, dass mein Quälgeist von heute mein Überbleibsel von gestern ist, der das Morgen erschafft.

Vom Denken und Handeln

Wir haben schätzungsweise 60.000 Gedanken täglich, was nicht weiter überraschend ist. Was uns aber ein wenig beunruhigen könnte, ist die Tatsache, dass 95% der Gedanken, die wir heute haben, identisch sind mit denen von gestern.

Wir werden also buchstäblich zu Bündeln konditionierter Reflexe, die ständig auf irgendwelche Leute und Umstände mit voraussehbaren biochemischen Reaktionen und Verhaltensmustern reagieren.
Wenn wir uns also diese Tatsache bewusst machen, dass sich unser Körper täglich so sehr verändert, jährlich so oft erneuert, inklusive aller Atome in uns, dann müssen wir uns die Frage stellen, weshalb wir dann immer noch unter Arthritis leiden, wieso der Krebs immer noch da ist oder warum die Arterie immer noch blockiert ist? Die Antwort auf diese Frage ist, dass die Quantenströme und die intelligenten Muster, die diese physikalischen Antworten generieren, sich nicht ändern.

Wenn Sie wirklich Ihren Krebs loswerden wollen, dann müssen Sie den “Krebsgeist” austreiben. Der Krebsgeist ist nichts anderes als das Zellgedächtnis, ein Quantenfluss auf zellulärer Ebene. Sie müssen auf diese tiefe Ebene gehen, den ganzen Prozess beobachten und dann die intelligenten Muster umstrukturieren, die uns unsere physische Erscheinung geben. Wenn Sie wissen, wie es geht, dann können Sie nicht nur Krankheiten loswerden, sondern Sie können Ihren Körper neu strukturieren (eigentlich tun Sie dies unbewusst ja sowieso die ganze Zeit).

Stellen wir uns einmal ein Backsteinhaus vor, an dem wir jeden Backstein einmal jährlich ersetzen können. Da wir nun in der Vorstellung gefangen sind, das Haus in dieser Form sei das Einzige, was wir hervorbringen können, werden wir immer und immer wieder das gleiche Haus erschaffen. So restrukturieren wir zum Beispiel durch die immer gleichen Intelligenzmuster die gleichen Muster einer biochemischen Herzerkrankung. In unserer Kultur stehen Herzerkrankungen als Todesursache an erster Stelle, und es scheint, zumindest deutet dieses Experiment darauf hin, dass einfache Dinge wie Streicheln, Berühren, Liebkosen, Küssen und Sprechen den entscheidenden Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen können. Folgendes Experiment wurde kürzlich von der Universität Miami im Journal of Pediatrics of Florida veröffentlicht. Dabei wurden Neugeborene in zwei Gruppen unterteilt. Die eine Gruppe wurde in Kinderbettchen gelegt, die mit Öffnungen versehen waren, durch die ein Forscher das Baby dreimal täglich für jeweils sechs Minuten streicheln konnte. Mann nannte das natürlich nicht streicheln, sondern “Kinesthetic-Tactile Petting-Stimulation”, was frei übersetzt “Streicheleinheiten verabreichen” heißt, um ja das Wort “Liebe” nicht zu verwenden. Die andere Gruppe Neugeborener erfuhr diese Behandlung nicht. Die Säuglinge, die dreimal täglich für fünf bis sechs Minuten Streicheleinheiten erhielten, nahmen bei gleicher Ernährung täglich 40 – 50% mehr an Gewicht zu als die anderen.

Walter Pennfield ist ein kanadischer Wissenschaftler, Neurologe und Nobelpreisträger. Er entfernte operativ Gehirntumore und andere Dinge, und wenn er das Gehirn geöffnet hatte, machte er eine kleine Untersuchung, indem er bestimmte Bereiche des Gehirns elektrisch stimulierte um herauszufinden, wo sich der Kontrollpunkt im Hirn befindet. In einem seiner berühmtesten Experimente stimulierte er einen bestimmten Bereich des motorischen Cortex, als sich der Arm des Patienten plötzlich nach oben zu bewegen begann. Er sagte zum Patienten: “Was ist los?” und der Patient antwortete: “Mein Arm bewegt sich”. Er fragte den Patienten: “Bewegen Sie ihren Arm?” und der Patient antwortete: “Nein, er bewegt sich”. Da sagte er: “OK, bewegen Sie jetzt Ihren Arm in die andere Richtung” und der Patient bewegte seinen Arm sofort in die andere Richtung. Ganz gleich, was Walter Pennfield auch unternahm, um den Befehlshaber zu lokalisieren, es gelang ihm nicht. Denn den Ort im Hirn zu finden, wo der Befehl ausgeführt wird, ist einfach. Das geschieht im motorischen Cortex. Jedoch jenen Ort im Hirn zu finden, der den Befehl gibt, ist unmöglich. Man kann die Stelle lokalisieren, wo der Befehl ausgeführt wird, aber der Befehlsgeber kann nicht gefunden werden; er ist nicht lokalisierbar. Er ist zur gleichen Zeit überall und nirgendwo. Er ist der Denker hinter dem Gedanken. Er ist das Selbst, das mit sich selbst interagiert und Ideen generiert. Aber dieses Selbst befindet sich weder im Körper noch im Hirn. Es ist nämlich gleichzeitig überall im Körper, überall im Hirn und gleichzeitig nirgendwo. Es ist gleichzeitig überall und nirgendwo – alles zur selben Zeit. Und diese Kraft, die gleichzeitig überall und nirgendwo zur selben Zeit ist, dieses Selbst gehört nicht in den Bereich der Gedanken. Dieses Selbst liegt in der Lücke zwischen unseren Gedanken. Und es ist dieses Selbst, das Raum, Zeit, Materie und Energie kreiert.

Von der Illusion der Zeit

Wir denken, dass es dort draußen eine ewige Zeit gibt; aber jeder seriöse Wissenschaftler wird bestätigen, dass noch niemand die unabhängige Existenz der Zeit bewiesen hat.

Seit 1913 hat nämlich kein respektabler Physiker mehr das Wort “Zeit” in den Mund genommen. Der Begriff, der gebraucht wird, ist Raum-Zeit-Kontinuum. Zeit, wie wir sie erleben, ist ein weiteres Artefakt unserer Sinneserfahrung. Es ist die Art und Weise, wie wir unsere Sinneserfahrung interpretieren. Wir metabolisieren Zeit genau so, wie wir jede andere Erfahrung umwandeln. Ich gebe Ihnen dazu ein paar Beispiele:
Bestimmt kennen auch Sie Leute, die ständig sagen: “Ich habe keine Zeit, mir läuft die Zeit davon”, gerade so als sei Zeit eine physische Ware, die sie in der Tasche mitnehmen können und die ihnen ständig davonläuft, weil sie ein Loch in der Tasche haben. Besagte Menschen schauen auf die selbe Uhr wie Sie und ich, aber ihre Uhren gehen viel schneller. Es gibt so viele Termine… usw.,usw. Wenn man solche Menschen untersucht, kann man feststellen, dass ihre biologische Uhr schneller läuft. Ihr Puls geht schneller, sie haben mehr Arrhythmien pro Minute, ihre Blutplättchen sind nervös, ihr Hormonspiegel (z.B Insulin, Adrenalin, Cortison) ist hoch und manchmal fallen sie plötzlich wegen eines frühzeitigen Herzversagens tot um. Dann ist ihre Zeit abgelaufen, und sie haben keine Zeit mehr. Diese Menschen setzen das innere Erlebnis von  “Ich habe keine Zeit, mir läuft die Zeit davon” in eine physische Tatsache um. Jemand, der scheinbar alle Zeit der Welt hat, ist biologisch komplett anders. Und natürlich kennen Sie den Ausdruck  “Die Schönheit des Berges war atemberaubend – die Zeit stand still”. Der Ausdruck “Die Schönheit des Berges war atemberaubend” ist höchst interessant. Weshalb? Wenn die Zeit still steht, dann steht der Atem still, und die Gedanken kommen zum Stillstand. Und wenn die Gedanken zum Stillstand kommen und das Bewusstsein absolut still und ruhig wird, dann erleben wir Zeitlosigkeit. Die Zeit ist nämlich nichts anderes als die Bewegung von Gedanken. Zeit ist dasselbe wie jede andere Stimmung, Träumerei, Phantasie oder jedwede Bewusstseinsschwankung. Unser Bewusstsein ersinnt Zeit, gibt sie ans Hirn weiter, und wir metabolisieren sie in den Körper, wo sie sich als Altern manifestiert. Vor einigen Jahren las ich einen Bericht über eine Gruppe von ungefähr sieben deutschen Bergwerkarbeitern, die in einer Mine verschüttet worden waren. Nur einer von ihnen hatte eine Uhr. Um seine Kameraden nicht allzu sehr zu beunruhigen, teilte er ihnen alle zwei Stunden mit, eine Stunde sei vergangen. Nach einer Woche wurden sie gerettet, alle lebend, bis auf denjenigen mit der Uhr. Er war zwar in der Lage gewesen, das kollektive subjektive Zeitempfinden zu ändern, sich selbst konnte er jedoch nicht täuschen. Er hatte die ganze Zeit nur die Uhr im Kopf. Sie sehen, Zeit ist nur ein Konzept und nicht die Realität. Im Vorwort des Bestsellers “Eine kurze Geschichte der Zeit” von Stephen Hawking macht Karl Seger die folgende Aussage: Stephen Hawking hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Geist Gottes zu verstehen und ist zum Schluß gekommen, dass wir in einem Universum ohne Anfang, ohne Ende, ohne Zeitbegrenzung und ohne räumliche Begrenzung leben.

Wenn Sie versuchen, das zu begreifen, sich das vorzustellen, werden Sie merken, dass es unmöglich ist, da man etwas, was nie begonnen hat, weder begreifen noch visualisieren kann. Nehmen wir einmal an, dass ein Anfang existiert, dann taucht sofort die Frage auf, was denn vor dem Anfang war. Wenn wir annehmen, dass es ein Ende gibt, müssen wir uns fragen, was denn nach dem Ende sein wird. Wir können auch davon ausgehen, dass das Universum irgendwo aufhört, dann müssen wir uns sofort die Frage stellen, was nach dieser Grenze kommt. Quantenphysik ist nicht nur sonderbarer als wir denken, sondern sie ist sonderbarer als wir denken können! Unsere linguistisch strukturierte, sogenannte rationale und logische Denkweise ist ein Denksystem, das auf der sensorischen Wahrnehmung des Universums beruht. Und diese sensorische Wahrnehmung ist inkorrekt. In den Klauen dieser Art von Rationalität gefangen zu sein, ist das schlimmste Schicksal, das einem menschlichen Wesen widerfahren kann. Was Stephen Hawking beschreibt, ist die Natur des Seins. Sein kennt keinen zeitlichen Anfang und kein zeitliches Ende, es ist nirgendwo und überall. Es drückt sich durch unseren Geist, unseren Körper und unsere Erfahrungen im Leben aus, aber man kann es mit den Sinnen nicht berühren. Man kann es jenseits der Gedanken erhaschen. Es gehört aber nicht zur Welt der Gedanken, sondern ist in der Lücke zwischen unseren Gedanken, der Stille zwischen unseren Gedanken. Es gibt zu diesem Thema einen wunderbaren Ausspruch von Rumi, dem grossen Mystiker aus dem Mittleren Osten. Er sagt: “Jenseits der Idee von Gut und Böse liegt eine Wirklichkeit – dort werde ich Dich treffen.”

Wohin gehen wir oder sind wir längst schon da?

Mit diesem Wissen können wir jetzt die eigentliche Frage stellen: Wer sind wir? Sind wir lediglich ein Ego, eingesperrt in einen Beutel aus Haut und Knochen, oder ist da noch etwas Beständigeres und Umfassenderes? Der Rishi, der Seher, sagt: “Durch das Artefakt der sensorischen Interpretation habt Ihr Euch selber begrenzt, Euch buchstäblich auf Euren Körper beschränkt. Ihr habt Euch auf das Volumen eines Körpers und die Zeitspanne eines Lebens begrenzt und Euch Beschränkungen auferlegt, die völlig konzeptuell sind. Ihr habt Probleme kreiert wie Geburt und Tod, Freude und Schmerz, Richtig und Falsch etc.” Will man diese Beschränkungen hinter sich lassen, muss man sich erfahren, wie man wirklich ist. Und dann realisiert man, dass man nicht im Geist ist, sondern der Geist in uns ist. Dass wir nicht im Körper sind, sondern der Körper in uns ist. Dass wir nicht in dieser Welt sind, sondern die Welt in uns ist. Körper, Geist und Welt passieren uns, weil wir uns zufälligerweise dafür interessieren.

Ein Schüler fragte einmal seinen Meister: “Leben wir in der gleichen Welt? Du scheinst in einer ganz anderen Welt zu leben.” Der Meister antwortete: “Ja, wir leben in der genau gleichen Welt. Der einzige Unterschied ist, dass Du Dich in der Welt siehst und ich die ganze Welt in mir sehe.”

Diesen Teil in uns zu finden, bedeutet, das Feld selber zu finden. Und dieses Feld ist reine Potentialität. Das Feld ist kein Kontinuum oder ein Modell von Raum-Zeit- Ereignissen, sondern es ist reine Potentialität. Es ist das Kontinuum aller möglichen Energie- und Informationsstadien, die sich später als Raum-Zeit-Ereignisse manifestieren. Und dieses Feld, ich möchte das noch einmal betonen, ist in der Lücke zwischen unseren Gedanken. Es ist in der Lücke der Stille, die nicht lokalisierbar ist. Ich möchte an dieser Stelle mit einem kleinen Zitat von Kafka schließen. Kafka war  ja im allgemeinen ein eher deprimierender Schriftsteller, aber einmal brachte er eine brillante Beschreibung des Weges zur Erleuchtung zu Papier:
“Du brauchst Dein Zimmer nicht zu verlassen, bleib einfach an Deinem Tisch sitzen und horche. Du brauchst nicht einmal zu horchen, warte einfach. Du brauchst nicht einmal zu warten, werde einfach still – und die Welt wird sich Dir offenbaren; sie hat gar keine andere Wahl. “