Die Redewendung “Ich glaube nur, was ich sehe” ist daher überhaupt keine physiologische Tatsache. Genau das Gegenteil ist wahr: Wir sehen (erfahren) nur, was wir aufgrund unserer Konditionierung glauben. Somit stellt sich die folgende Frage: Was ist die Welt wirklich, wie sieht sie in Wirklichkeit aus, was ist ihre wahre Beschaffenheit? Die Antwort darauf lautet: Es kommt ganz darauf an, wer sie anschaut oder erfährt und mit welchem Sinnesapparat wir sie betrachten.
Der Neurophysiologe und Nobelpreisträger Sir John Eckles machte folgende Aussage: In Wirklichkeit gibt es keine Farben, keine Stoffe, keine Gerüche, weder Schönheit noch Häßlichkeit. Da draußen gibt es nur pure Energiesuppe. Es ist eine im Grunde genommen formlose, undefinierbare, fließende Quantensuppe, aus der wir im Akt der Wahrnehmung in unserem Bewusstsein die stoffliche Welt konstruieren. Diese stoffliche Welt da draußen ist ein Feld unendlicher Möglichkeiten, welches wir im Prozess der Wahrnehmung zu unserer vertrauten stofflichen Realität machen, also sozusagen kristallisieren.
In unserem gewöhnlichen Bewusstseinszustand können wir die wahre Beschaffenheit der Wirklichkeit nie erfahren, weil wir versuchen, das Ganze anhand einzelner, bruchstückhafter Sinneswahrnehmungen zu verstehen. Da wir Menschen außer diesen bruchstückhaften Sinneserfahrungen nichts haben, werden wir das Ganze nie verstehen. Wir einigen uns mehr oder weniger über unsere subjektiven Erfahrungen und nennen das dann objektive Wissenschaft. Es ist zwar nichts objektives daran, aber wir denken es uns so! Wir nehmen an, dass der menschliche Körper aus Molekülen besteht, aus Materieteilchen, die aus irgendeinem unerfindlichen Grund herumschwirren, und dass diese dann ein Folgephänomen erzeugen, das wir Bewusstsein nennen. Das heißt, dass unsere Gedanken, Gefühle, Wünsche, Emotionen, Leidenschafen, Liebe, Haß, Gott, Himmel, Hölle, Sünde, Verdammnis, Erlösung, Erleuchtung auf umherschwirrenden Molekülen beruhen. Alles ist ein Tanz der Moleküle!
Aufgrund eben dieses materialistischen Aberglaubens und dieser materialistischen Sichtweise, die das Modell des menschlichen Körpers nur wie eine erstarrte Skulptur darstellt, entstand ein völlig materialistischer therapeutischer Ansatz. Das Resultat sind die Pharmazeutika und chirurgischen Verfahren, welche wir Zauberkügelchen nennen können. So hört man Ausdrücke wie “oh, wie tut das gut”, etwa wenn man unglaublich viel gegessen hat und dann ein paar Alkaseltzer nimmt. Nachts, wenn man nicht schlafen kann, nimmt man Schlaftabletten, oder wenn Angstgefühle hochsteigen, nimmt man Beruhigungstabletten, was einem Ruhe verschafft. Hat man eine Infektion, dann nimmt man ein Antibiotikum, so wird man die Infektion los; und wenn man Krebs hat, dann gibt es Chemotherapie, Chirurgie und Bestrahlung. Bei Schmerzen in der Brust sprüht man Nitroglycerin oder noch besser, man lässt eine Bypass-Operation machen.
Dies alles sind die Zauberkügelchen unseres gegenwärtigen medizinischen Systems, das auf dem Aberglauben des Materialismus beruht. Aber sie funktionieren nicht, da sie hauptsächlich Symptombehandlungen sind. Entweder verschleiern sie die Krankheitssymptome oder sie wirken auf den Krankheitsmechanismus irgendwie ein, während der zugrundeliegende Prozess weitergeht. Der Krankheitsmechanismus ist nicht derselbe wie der Ursprung einer Krankheit.
Dieser Ursprung hat mit den elementaren Lebensprozessen wie Essen, Atmen, Verdauen, Stoffwechsel usw. zu tun, hauptsächlich jedoch mit den Vorgängen im Bewusstsein, das sich durch eben diese Lebensprozesse ausdrückt. Wir können auf den Krankheitsmechanismus korrigierend einwirken, aber dann findet die Krankheit eben eine andere Art sich auszudrücken. Wir können die Vermehrung von Bakterien hemmen, letzten Endes züchten wir dadurch Antibiotika-resistente Organismen und riskieren, solche bei einem Krankenhausaufenthalt aufzulesen. Vor einigen Jahren kam bei einer Studie der California Medical Association heraus, dass Personen wegen Antibiotikaresistenten Organismen sterben, mit denen sie bei einem Krankenhausaufenthalt infiziert wurden. Zu jener Zeit waren das mehr als das Zehnfache der durch das HIV- oder AIDS-Virus verursachten Todesopfer.
Was ist heute die häufigste Ursache für Drogenabhängigkeit? Es ist nicht der Stoff, den die Drogenbosse in Kolumbien produzieren, sondern das, was Ärzte ganz legal verordnen. Gemäß einer Schätzung leiden 36% der Patienten in unseren Krankenhäusern an einer sogenannten akrogenischen Krankheit, d.h. einer als direkte Folge einer biotechnisch-medizinischen Intervention erworbenen Krankheit. Der Besuch beim Arzt als Krankheitsursache?
In den USA und in Grossbritannien nehmen 80% aller Leute täglich ein ärztlich verschriebenes Medikament ein. Und trotz der Tatsache, dass in den vergangenen drei Jahrzehnten mehr Personen in der Krebsforschung tätig waren als es Krebskranke gab, nimmt die Anzahl der Krebsfälle weiter zu. Es muss also etwas falsch sein an diesem Modell. Es ist nicht so, dass biotechnisches medizinisches Eingreifen überhaupt nutzlos wäre, nein, es ist überaus nützlich in akuten Fällen.
Aber was die Häufigkeit des Auftretens von Krankheiten oder die Sterblichkeitsrate bei Krankheiten in Bezug auf eine gegebene Bevölkerung betrifft, erreichen wir mit der heute praktizierten Medizin nichts. Wir verändern nur die Art, wie Krankheit in Erscheinung tritt. So haben wir keine Kinderlähmungs-, Pocken-, Masern- oder Diphterie-Epidemien mehr, dafür sind degenerative oder geistige Störungen, Alzheimer, Krankheiten der Herzkranzgefäße, Krebs und verschiedene andere heimtückische Krankheiten an ihre Stelle getreten. Ärztliches Eingreifen hat das Erscheinungsbild der Krankheiten verändert, aber nichts bewirkt in bezug auf die generelle Morbidität und Mortalität.
